Es ist was los in KG. Chudinov, der neue Premier Kyrgyzstans seit Ende Dezember 2007, war gar allzu bemüht, um bei seiner ersten Auslandsreise nach Moskau bei Miller vorzusprechen und ihn zu einem Investment in Kyrgyzstan zu bewegen. Anscheinend hat es geklappt. Gazprom wird in den nächsten Jahren den Gassektor in der Republik übernehmen, sich den – noch – staatlichen Monopolisten Kyrgyzgaz einverleiben (86% der Aktien gehören dem kyrgyzischen Staat) und dann die Exploration möglicher Fundstätten vorwärtstreiben. Ob die Aufgabe von Kyrgyzgaz, nämlich die Bewohner der Republik mit Gas zu versorgen, dabei im Vordergrund der Expansionspläne Gazproms steht, bleibt Spekulation. Gazprom muss schließlich befürchten, dass Turkmenistan in nicht allzu ferner Zukunft die Lieferungen drosseln wird (China will seinen Anteil am turkmenischen Gas). Ob Kyrgyzstan hier Ersatz bieten kann, darf natürlich bezweifelt werden (eigentlich unmöglich bei den geringen Reserven), aber fragen kann man schon, ob sich Gazprom mit den Tarifzahlungen zufrieden geben wird, die kyrgyzische Nutzer aufbringen können oder ob man nicht gleich alles an den zahlungskräftigeren Westen weiterverscherbelt …
Es riecht ein bisschen nach dem Ausverkauf, den 2003 Tanaev mit Kumtor ins Rollen gebracht hatte, der größten Goldmine des Landes in der Issyk-Kulskaja Oblast. Alles soll besser jetzt als morgen privatisiert werden. Die Partner (Russische und Chinesische Multis) stehen Spalier und warten nur auf das Zeichen. Und im Zhogorku Kenesh scheint niemand auch nur Interesse zu zeigen für die Formen der Ausschreibung, für den Erhalt eines Mitspracherechts des Staates oder einfach grundlegende Regeln der Transparenz.
Gleichzeitig frieren in Kyrgyzstan die Menschen. Seit Wochen eine Kältewelle, zu wenig Gas wegen überhöhter Preise in Uzbekistan und ständig Stromausfäll, da alle Menschen das fehlende Gas mit dem Anschmeißen von Obogrevateli zu kompensieren versuchen. Auf einer Veranstaltung erzählte gestern noch der deutsche Botschafter in Kyrgyzstan, Grewlich, von den Bronchenproblemen seiner Botschaftsmitarbeiter, da in Kyrgyzstan die Menschen nun anfangen, alte Reifen und Altöl zu verbrennen, damit es wenigstens ein bisschen warm ist. Ob das nun so stimmt, mag dahingestellt sein, aber dramatisch ist die Lage schon. Um die Jahreswende herum erfroren auf Grund des Frosts gleich duzende Menschen allein in der Hauptstadt Bischkek.
Ob die Privatisierungspläne der Regierung und des Präsidenten Abhilfe für zukünftige Winter schaffen können, möchte ich stark bezweifeln. Das Reinholen von Profis ist wichtig, keine Frage. Die überbordende Intransparenz des ganzen Prozesses, die Eile, mit welcher der Ausverkauf betrieben wird ist allerdings kein gutes Zeichen. Man wird den Eindruck nicht los, dass hier einfach Filetstücke verscherbelt werden sollen, damit sich ein paar hochdotierte Herren in Kyrgyzstan (besonders eben Chudinov, Balkibekov und die Spitzen der staatlichen Energiebetriebe (not to mention BAKS und seine Entourage) die Taschen vollschaufeln können.
In einem Interview für die russische Zeitung Moskovskij Komzomolec sprach Chudinov dann auch folgerichtig von den Kyrgyzen und das wir (die Russen) verstehen müssten, dass sie nun unabhängig seien und wir uns darauf einstellen sollten. Klar, wo da die Loyalität hängt. Ganz sicher nicht bei Kyrgyzstan und seinen Bewohnern
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