Archiv der Kategorie 'Nicht kategorisiert'

The Venice Commission’s Opinion on the Constitutional Situation in the Kyrgyz Republic

The Website of the Venice Commission features an archive that contains past opinions and draft laws the Commission was asked to conclude upon. Among the many documents that deal with legislation in the Kyrgyz Republic is also the document titled CDL-AD(2007)045 Opinion on the Constitutional Situation in the Kyrgyz Republic adopted by the Commission at its 3rd Plenary Session (Venice, 14-15 December 2007). This report provides a short comment on the changes to the constitutional foundations the Republic underwent in September and October 2007.

It diplomatically but nevertheless clearly criticizes the constitutional court for its decision on 14 September 2007 in which it abolishes the two constitutions adopted on 9 November and 30 December 2006:

CDL-AD(2007)045-e

The report continues questioning the democratic character of the constitution adopted during the referendum on 21 October:

CDL-AD(2007)045-e

It finally concludes that the presidency in the Kyrgyz Republic is much too powerful and nearly uncontrolled in its actions:

CDL-AD(2007)045-e1

The report is an interesting document that helps to question the legitimacy of the current regime in Kyrgyzstan that by proclamation adheres to the principles of democracy but in its decisions turns more authoritarian with every year.

To download the full ‘Opinion’ in pdf follow the link: Opinion_Venice_Commission_Dec2007

Bakiev Criticized for Using Administrative Resources

Today the „Union of Civil Organizations for Voters’ Rights ‘Time for my Vote’“ (Союза гражданских организаций за права избирателей «Время моего выбора») held a press conference to inform the public about the results of its monitoring activities. The Union, a coalition of several Kyrgyz NGOs, including such known organizations like The Coalition for Democracy and Civil Society or Interbilim, was monitoring the election campaigns of the candidates and even more the state’s preparations for the election, scheduled for the 23 July.

The final report harshly criticizes state organs involved in this preparation process. The Union reports regular abuses of state authority and accounts numerous cases of violation of the election code. In relation to the many district election commissions the report states that more than 2300 of such commissions have been formed with more than 20 000 members. However, once they were formed, representatives of oppositional parties were forced by local authorities, law-enforcing agencies and the GKNB (former KGB) to leave the commissions. In addition, now more than one third of the commissions’ members are representatives of local state administrations and organs of local self government (whose members are de-facto representatives of the central state, cp. Law on Local Self Government and Local State Administration). In Chuj and Panfilova districts the number of such officials exceeds more than 50%, a clear violation of the election code. weiterlesen ‘Bakiev Criticized for Using Administrative Resources’

Gegen Korruption mit Korruption

Das im Staatlichen Fernsehen mit Unterstützung des Nationalen Rats zum Kampf gegen die Korruption geförderte Programm „Kommissar eskertet“ (‘Der Kommissar erinnert’), welches sich der Aufklärung von Korruption verschrieben hatte, musste eingestellt werden. Grund war unter anderem die Zahlung einer Bestechungssumme an einen Verantwortlichen des Programms. Mit dem korrupten Deal wollte der Bestecher den Bestochenen überreden, ein für ihn wichtiges Gerichtsverfahren in der Sendung zu beleuchten. Und so ging auch dieser Versuch der Einhegung der ausufernden Korruption in Kyrgyzstan komplett daneben. Man darf gespannt sein, was als nächstes kommt.

Der Präsidentschaftswahlkampf und die Administrativen Ressourcen

Es ist eine der bekannteren Absurditäten des kyrgyzischen Wahlsystems, dass Kandidaten für das höchste Staatsamt einen Sprachtest für kyrgyzisch bestehen müssen (eingeführt von Akaev sollte diese Hürde die Präsidentschaftskandidatur von Feliks Kulov verhindern). In den letzten Tagen wurden dieser Regel entsprechend alle Kandidaten vor eine Prüfungskommission geladen, wo sie in drei Blöcken beweisen mussten, dass sie ihre Muttersprache beherrschen. Almazbek Atambaev, der Kandidat der vereinigten Opposition wollte diese Prüfung am 26. Mai nutzen, um sich direkt an ein nationales Auditorium zu wenden (der Test wurde live übertragen). Nun wurden erste Beschwerden bekannt, aus der Talaskaja Oblast. Hier monierten Wähler, dass genau zu dem Zeitpunkt der Übertragung der Strom ausfiel. Die örtlichen Energiezuständigen verwiesen auf plötzlich aufgetretene technische Probleme, die Wähler hingegen sind sich sicher Opfer einer gezielten Nutzung administrativer Ressourcen geworden zu sein.

Sozialdemokraten ohne Pressezentrum

Die Behinderungen freier Meinungsäußerung greifen nun auch auf das Zhogorku Kenesh, das kyrgyzische Nationalparlament, über. Die Sozialdemokraten unter Führung ihres Fraktionsvorsitzenden Bakyt Beshimov beschwerten sich beim Sprecher des Parlaments Ajtibaj Tagaev (gehört der Fraktion der Partei Ak-Zhol an) darüber, dass ihnen die Nutzung des parlamentseigenen Pressezentrums trotz vorschriftsmäßiger Anfrage verwehrt wurde. Der zuständige Dienst hatte seine Türen geschlossen und die Anfrage der SDPK schlicht nicht beantwortet.

In einem zweiten Schreiben beschwerten sich die Sozialdemokraten auch darüber, dass ihre Informationen über anstehende Fraktionserklärungen und Presseveranstaltungen nicht auf der Website des Parlaments angezeigt würden. Damit aber sind Journalisten daran gehindert, sich über nachrichtenrelevante Ereignisse informieren zu können, wie Beshimov ausführt.

Diese neue Form der Behinderung all jener, die Kritisches bezüglich der Macht in Kyrgyzstan zu vermelden haben, ist ein weiteres Zeugnis der anziehenden Repressionsschraube in dieser kleinen Republik. Die Tatsache, dass man nun auch solche moderaten und letztlich ungefährlichen Kräfte wie die Sozialdemokraten bedrängt, ist auch Ausdruck einer zunehmenden ängstlichen Vorsorgestrategie der Präsidialadministration (als tatsächliches Zentrum der Macht).

Im Hinblick auf jüngste Verfolgungen echter Oppositionskräfte wie den Mitgliedern der Partei Ata-Meken lässt sich vermuten, dass alle Akteure sich auf einen heißen Frühling einstellen. Dem dauerstagnierenden, bzw. degradierenden Kyrgyzstan wäre es zu wünschen.

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