Archive for the '7. April 2010' Category

Elections in Kyrgyzstan on fairobserver.com

I posted a short article on the presidential elections in Kyrgyzstan and the outlook for the political system in the republic. I contend that politics in Kyrgyzstan did develop since the revolution in April 2010 and that the contingency has risen. The pluralization of decision making power makes the political game much more complex and the question today is, if politicians can adapt to that (seems like they can) and solve the reform crisis at the same time (seems like they can not). Read more here.

Advertisements

Der „Arabische Frühling“ als Herausforderung für Zentralasien

In der Ausgabe Nr. 43-44 der Zentralasienanalysen fragen wir nach den Potentialen für Protest in Zentralasien:

To download the report follow the link: ZentralasienAnalysen43-44-1

Slavoj Žižek and Expertism in Central Asia

Recently I went to Freie University to visit a lecture by Slavoy Zizek. His performance was all one could possibly hope for. And his ideas were very stimulating. His reading of Hegel’s philosophy as the very foundation of the modern idea of contingency (or the necessity for it) came quite unexpected. I never really read Hegel and always felt repelled by the idea of some guiding Weltgeist, something I considered the very end to the idea of contingency. I know, it sounds ignorant but, well, at least I made it to Zizek’s lecture. And Zizek continued his presentation with another killing of god (very funny: god – the bad programmer). With god gone there seems no hope left for a final solution to the problem of contingency. All the more irritating are attempts by capitalism (and before that communism) to fill the gap and present the world as a reality with no choice left but economic rationalization. However, instead of falling into despair because of such gloomy double outcome (no solution to contingency and the stupidity of capitalism), Zizek took the chance to ask for another revolution and called on us to overcome current limits to pure freedom or just ‚thinking‘, as he phrased it. Since we were in the sphere of academia, he finished by claiming that the current Bologna process is a dictatorship, repressively simulating the representation of the capitalist need for technical solutions only. Bologna stands for a world considered to be a cumulation of problems that call for experts to deal with them. In Zizek’s words Bologna turns out to be one face of the new god and another end to the idea of contingency and the contingent making of our world. This comparison awakened the rebel in many of us; well, and it reminded me very much of the world of development aid in Central Asia and the question for development in general and the group of people responsible for its management: the community of experts. Weiterlesen ‚Slavoj Žižek and Expertism in Central Asia‘

New Article – INA Global

„The Changing Media Landscape in Kyrgyzstan and Central Asia“

New media and ICT are at the heart of the political and social upheaval that has been rocking the Arab world in recent months – a precedent that was set in a more obscure region in 2010.

Read more here!

Наблюдательный совет ОТРК и сама ОТРК под угрозой

Pdf: Торага+Жогорку+Кенеша+КР

Wahlen in Kyrgyzstan und Ihre Bedeutung

Bald sind Wahlen. Am 10. Oktober wird hier in Kyrgyzstan ein neues Parlament bestimmt. 29 Parteien treten an, die Sitze unter sich aufgeteilt zu bekommen. Chancen kann man dabei vielleicht fünf bis acht Parteien einräumen, während wohl die meisten anderen nach Ablauf der Wahl wieder in der Versenkung verschwinden werden. Vielleicht mit einigen Ausnahmen wie Aikol El, der Partei unter Führung des jungen, aber erfahrenen Politikers Edil Baisalov.

Wie sich das Koalitionsgeschacher gestalten wird, ist die spannende Frage für die Zukunft, für die Zeit danach. Dabei hat die Zeit vor den Wahlen bereits für einige Überraschungen gesorgt, die es wert sind, kurz genannt zu werden. Denn sie hauen uns so einige Gewissheiten um die Ohren, mit denen wir uns bisher gerne diesem verlorenen Flecken Erde näherten.

Da ist an erster Stelle die Pluralität der Stimmen zu nennen. In Bishkek und dem Rest des Landes wird gewahlkämpft, was das Zeug hält. Mit Tränen in den Augen schauen einige lokale Beobachter dieser gigantischen Verschwendung an Ressourcen zu, ist doch die andauernde Organisation von Stadionauftritten, Konzerten, Parteiaufmärschen, Feuerwerken (!!) und sogar Luftballonfahrten (Partei Respublika) nicht mit unerheblichen Kosten verbunden. Und doch, es beeindruckt, mit welcher Härte sich Kyrgyzstan gegenwärtig eine Lektion in Pluralität verpasst. Nicht, dass alle Stimmen was unterschiedliches zu sagen haben, im Gegenteil, häufig ist es ein und derselbe Einheitsbrei. Aber die Möglichkeit zu beobachten, dass diese vielen Stimmen auch unterschiedlichen Sprechern gehören, dass hier plötzlich Vielfalt vor die übliche Erfahrung der Einheitsrepräsentanz (Akaev, Bakiev, Ak-Zhol) geschoben wird, ist von besonderer Bedeutung. In Zukunft kann auf diese Erfahrung zurückgegriffen werden und mit dieser Form des Rückgriffs werden neuen Bedingungen für zukünftige politische Spiele geschaffen. Deswegen: schade um des vielen Geldes (umso mehr, als dass die Inhalte eben kaum Differenzen aufweisen), aber erstaunlich, wie bunt politische Repräsentation mit einem Mal aussehen kann. Weiterlesen ‚Wahlen in Kyrgyzstan und Ihre Bedeutung‘

Katastrophe im Süden Kyrgyzstans

Die letzten drei Tage habe ich in den Vormittagsstunden mit meiner Doktormutter in einem gemütlichen Cafe im Zentrum Bischkeks verbracht. Wir hatten uns zum Arbeiten zurück gezogen und versucht, unsere ganze Aufmerksamkeit meiner Dissertation zu widmen. Was auch nicht allzu schwer war, da Cafe und Kuchen lecker waren, das Wetter bombastisch und die Atmosphäre auf den Straßen sehr angenehm. Jetzt weiß ich, wo an meiner Diss noch Veränderungen eingefügt werden müssen und welche Teile mehr oder weniger abgabefertig sind.

Selbst bei Spaziergängen über die Boulevards von Bischkek fühlt man sich zur Zeit relativ unbefangen. Die Nationalflagge auf dem Platz Ala-Too flattert in vollem Wind, die Springbrunnen versuchen mit aller Kraft, ein wenig Feuchtigkeit gegen die Hitze zu versprühen und die Menschen gehen ganz normal ihren Angelegenheiten nach. Auch im Fernsehen am Abend kann man sich dieser Stimmung hingeben. Schließlich ist WM und die wird auf allen Kanälen live übertragen. In manchen Restaurants sind extra Leinwände aufgestellt, auf denen man den Spielen in Südafrika gebannt folgen kann.

Die Atmosphäre kippt, wenn man sich abends dann vor den Fernseher hängt und Euronews schaut. Da wird von gewaltigen Flüchtlingsströmen berichtet, von mehr als 100 000 Uzbeken ist die Rede, die sich über die Grenze von Uzbekistan machen. Und von unzähligen Toten, die auf den Straßen von Osch oder Dzhalal-Abad liegen und nicht bestattet werden können, da immer noch mordende Banden durch die Viertel ziehen und drohen, jeden zu erschießen, der ihnen über den Weg läuft.

Kurzum, die Realität bietet sich mal wieder sehr irritierend an. Es wird surreal. Im Norden geht man in die Cafes, während der Süden im Chaos versinkt.

Alles, was uns bis jetzt an Informationen erreicht, deutet darauf hin, dass das Schlimmste noch bevor steht. In dem Sinne, dass uns noch bevor steht zu entdecken, wie groß das Unheil wirklich ist. Mittlerweile mehren sich aber die Augenzeugenberichte und aus denen wird klar, dass das Ausmaß der Tragödie viel größer ist, als es die offiziellen Nachrichten auf KTR, dem kyrgyzischen ‚Ersten Kanal‘, vermuten lassen. Wo KTR von inzwischen knapp 200 Toten berichtet, kursieren überall im Netz Gerüchte, nach denen diese Zahl mindestens verzehnfacht werden muss. Unterstützt werden diese Gerüchte von Augenzeugen, die erzählen, dass an vielen Orten Leichenberge herumliegen.

Auch die kyrgyzischen Medien fangen langsam an, darauf hinzuweisen, dass die Totenzahlen nur die offizielle Statistik widerspiegeln, also nur jene Gestorbene erfasst, die auch in Leichenhallen und zur Untersuchung eingeliefert wurden. Dieser Methode entgehen jene viele, die direkt von ihren Angehörigen bestattet wurden, jene, die niemand bestatten konnte, weil keiner mehr da war und jene, die man vielleicht noch gar nicht gefunden hat. Im Netz tauchen immer mehr Fotos auf, in denen zu sehen ist, wie Tote aufgebahrt oder begraben werden. Dabei wird schnell klar, dass hier nicht unbedingt die offizielle Statistik greift.

Die Übergangsregierung, in Zusammenarbeit mit einer geschockten Öffentlichkeit ist schnell dabei Mythen über das Vorgefallene zu produzieren. Wenn die WM nicht hilft zeigt man im Fernsehen eben schöne Bilder oder berichtet kurzerhand über die Erfolge in der Stabilisierung der Lage und das Einsammeln von Spenden. Wichtig scheint allen klar zu machen, dass das was passiert ist, unter keinen Umständen als Ausdruck eines ethnischen Zwistes verstanden werden darf. Hier wird mit einer solchen Brutalität an einer Geschichte der Provokation gebastelt, dass es fast schon wieder naiv klingt. Entweder es sind ehemalige Gefolgsleute Bakievs, oder aber ‚Narkobarony‘, islamistische Söldner oder die Agenten ausländischer Kräfte. Bloß aber nicht kyrgyzische Jungs, die aus welchen Gründen auch immer, ob nun bezahlt oder nicht, besoffen oder nicht, auszogen, um Uzbeken zu morden.

Ich fürchte aber, dass es genau das ist, was wir in den nächsten Wochen werden realisieren müssen. Zumindest als ein wichtiger Teil des großen ganzen Bildes. Es sind hundertausende Uzbeken, die zur Grenze flüchten, es sind uzbekische Diasporen, die in Moskau demonstrieren und es sind erschreckend häufig Uzbeken, die in Augenzeugenberichten die Opfer von grausamen Gewalttaten wurden. Und es sind eben wenig Berichte über fliehende, demonstrierende oder aber ermordete Kyrgyzen zu finden. Das ist erschreckend und ich habe Sorge, dass aus dem sowjetischen Reflex nach einer unverbrüchlichen ‚Druzhba Narodov‘ (Freundschaft der Völker) der Versuch gerinnt, ja alles mit dem Mantel der Einheit und Harmonie zu bedecken. Konflikte löst man am besten, indem man sie verschweigt, lautet hier die Maxime.

Das darf nicht passieren, es darf nicht wieder so enden, dass man öffentlich ja alles vergisst, was an Tragödie sich ereignete. Bezeichnenderweise gibt es bis heute keine Geschichte der ‚Ereignisse von Osch‘ vom Juni 1990. In der Öffentlichkeit waren und sind diese Geschehnisse ein Tabu, über das zu reden (oder zu forschen) als unangemessen erachtet wird. Ob im Zuge der laufenden Katastrophe hier der ein oder andere kritische Teil der Öffentlichkeit den Versuch wagt, mal neue Fragen zu stellen und unter den Mantel zu schauen, bleibt abzuwarten. Sollte Ansätze unternommen werden, verdienen sie jede Unterstützung!


Seiten

Dezember 2017
M D M D F S S
« Jan    
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031

Archive

Blog Stats

  • 13,446 hits

Twitter on Kyrgyz Politics

Fehler: Twitter hat nicht geantwortet. Bitte warte einige Minuten und aktualisiere dann diese Seite.

 Use OpenOffice.org
Spread Firefox Affiliate Button
Spread Firefox Affiliate Button