Archive for the 'History' Category

Кыргызстанские Учебники по Истории – Начинаем Обсуждение

из:

Ссылка на Работе

Chyngyshev ob Akaeve

… excerpt from „Воспоминания: События, Люди“ by Турсунбек Чынгышев (2008).

Депутаттык Азилдер (page 12/13)

The text says:

To the Executive Head of the Council of Ministries:
You boasted like a young girl
Who wants to find a husband
Apsamat, Apas and Jumgalbek,
Are you really smart at all?
Aren’t you four that made our life
As it is now!

To the Former Executive head of High Council Kulmatov Renat:
He is sitting like a little boy who is guilty of something
He is not looking around and turning back
Calmly sitting, just like a sweet little boy
He even doesn’t dare to say something
But he is not calm inside
Because he knows what the life became like (if he turns around)

Депутаттык Азилдер page 10/11

Here Abdrakhmanov addresses former Speaker of the Supreme Soviet of the Kyrgyz SSR Tashtanbek Akmatov. He expresses respect for the Speaker but asks him nevertheless to return to his village in honor. He criticizes his desire to listen to the opinion of someone else that got him caught up in confusion.

On the next page the author turns to the head of the trade unions of the Kyrgyz SSR and deputy Abakirov Emilbek. He writes that he was the ‚fastest horse‘ in times of First Secretary Turdakun Usabaliev and climbed up the ladder in times of Abzamat Masaliev. Abdrakhmanov asks him not to turn around now, now that justice finally arrived.

Опровержение Заключению государственной комиссии по расследованию июньских межэтнических столкновений на юге Кыргызстана

Full Report (pdf) here: Oproverzhenie Zaklyucheniyu Nac.Komiccii

Comment from zerkalo.az

Witnessing the Osh Events in June 1990

The following report appeared on http://ferghana-blog.livejournal.com/109725.html (seems to be not accessible at the moment) and was distributed via Kel-Kel list. I post it here for its short but valuable account of the events in Osh in June 1990. So far this story has not been written (some more information here, here and here) and it remains to be seen if the recent tragedy finally motivates people to turn to the past.

To download the report (pdf) follow the link: OshEvents1990

Fragen an den 7. April (Teil 2)

Die ‚live‘ Übertragung der Ereignisse vom 7. April bewirkte auch, dass man sich in ihrem Anschluss die Frage stellen musste, ob die im Zeitverlauf steigenden Opferzahlen noch immer etwas mit der verzögerten Wiedergabe der Medien zu tun hatte, diese also Mühen hatten, ein Ereignis in seiner ganzen Fülle abzudecken, oder aber hier schlicht dem Verlauf des Geschehens getreu gefolgt wurde. Am frühen nachmittag wurden ein paar Tote gemeldet, am späten Abend stieg die Zahl auf über 40 und am nächsten Tag war man bei einer Zahl weit jenseits der 60 angekommen. Inzwischen sind mehr als achtzig Opfer zu beklagen. Auch diese letzten sind nicht verspätete Informationslieferungen, sondern Opfer, die ihren Wunden in den Krankenhäusern erlegen sind.

Diese unfassbare Anzahl von Toten markiert eine Zäsur, von der man noch gar nicht weiß, wofür sie steht. Und während sich das neue offizielle Bischkek darum bemüht, den ‚Gefallenen‘ neben dem Grab des Landesvaters Chingiz Ajtmatovs die letzte Ehre zu erweisen und für zwei Tage Trauer verordnet, ist der Rest des Landes damit beschäftigt zu begreifen, was da überhaupt vorgefallen ist und wie das passieren konnte. Und je mehr man sich die Einzelheiten zu einem Bild zusammenlegt, desto deutlicher wird, dass es sich bei den Toten weniger um die tragischen Opfer einer Massenkonfrontation handelt, sondern vielmehr um das Ergebnis von Versuchen, Demonstranten gezielt zu töten. Auffällig hoch ist die Anzahl derer, die durch einen Schuss in den Kopf oder die Brust getötet wurden. Das zeigt die Liste der Gefallenen, in welcher auch die Todesursache bezeichnet wird, und die in den letzten Tagen regelmäßig zum Gedenken im neuen Fernsehen gezeigt wird. Und es erklärt, warum so viele Verletzte noch anschließend ihren Wunden erliegen. In den Krankenhäusern herrscht Notstand, denn verletzt sind viele Hunderte, mache Angaben sprechen von mehreren tausend Verwundeten. Berichte über die Versuche der Ärzte, Leben zu retten, zeigen immer wieder deutlich, mit was für einer Herkulesaufgabe ein Krankenhaussystem konfrontiert ist, das seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Grunde genommen nur Niedergang hat erfahren dürfen, aber bestimmt keinen Aufbruch oder Aufbau.

Die Zäsur ist insofern relativ einfach zu verorten, als das sie bezeichnet, was vorher nicht war. Egal welche Auseinandersetzung in der jüngeren Geschichte Kyrgyzstans man zur Vorlage nimmt, überall ist die Gewalt eingegrenzt, nimmt nie die Ausmaße an, die jetzt zu beobachten waren. Wenn es doch zu einem Gewaltausbruch kam, wie beispielsweise im Falle der Ereignisse von Osch im Juni 1990, wird auf den Unterschied hingewiesen, dass es sich hierbei um einen interethnischen Konflikt handelte, bei dem Kyrgyzen gegen Uzbeken standen. Und der Hinweis erfolgt auch nur, wenn man sich an das Ereignis erinnert was angesichts der Materiallage und der mangelhaften öffentlichen Aufarbeitung ein unwahrscheinlicher Vorgang ist. In allen anderen Fällen politischer Konfrontationen produziert der Vergleich mit dem Ereignissen vom 7. April ein großes schwarzes Loch. Das bisherige Trauma des vergangenen Jahrzehnts, die Ereignisse von Aksy, als sechs Demonstranten bei einem Zusammenstoß mit Polizeieinheiten ums Leben kamen, weist mit seiner langen Geschichte unterschiedlicher Versuche der juristischen und politischen Aufarbeitung fragend in die Zukunft. Wenn diese Geschichte bis heute nicht zu einem befriedigenden Abschluss gebracht werden konnte, ist dann diese Tragödie überhaupt verhandelbar? Das Massaker vom 7. April scheint alle Dimensionen zu sprengen.

Auch im Vergleich mit den Auseinandersetzungen in den letzten Jahren seit der Tulpenrevolution präsentiert sich der 7. April auf Grund seiner vielen Opfer als ein isoliertes Ereignis. Weder kann man in der Tulpenrevolution vom März 2005 eine Parallele suchen, noch bieten die vielen Konfrontationen in den Folgejahren, zwischen den Bewegungen ‚Für Reformen‘ und der ‚Vereinigten Front‘ hier und der Herrschaft Bakievs dort, eine Möglichkeit, die jüngsten Geschehnisse als etwas Bekanntes zu verbuchen. Damals waren die Anhänger von Opposition und Regierung regelmäßig aneinander geraten. Im November 2006 kam es vor dem Gebäude des Parlaments, dem Zhogorku Kenesh, zu einem kurzen Zusammenstoß, den die Sicherheitskräfte allerdings schnell beendeten. Es gab ungefähr ein Dutzend Verletzte, die in Krankenhäusern verarztet wurde. Auch im April 2007, als die Vereinigte Front aufmarschierte, kam es nach einer Woche Proteste zum Zusammenstoß. Damals, am 19. April, griffen die Sicherheitskräfte unter Innenminister Bolotbek Nogojbaev entschieden ein und lösten die Proteste im Rahmen einer Nacht- und Nebelaktion auf. Es wurde geschossen, Tränengas machte sich in den Straßen rund um das Weiße Haus breit; Tote gab es aber auch dabei nicht zu beklagen. Angesichts der Erinnerungen an diese politisch motivierten Auseinandersetzungen bedarf es schon fast nicht mehr der Erwähnung all der anderen brenzligen Situationen, in denen unblutig der Aufmarsch von Tausenden von Demonstranten vor dem Regierungssitz in Bischkek gestoppt werden konnte. Ich erinnere nur an die Anhänger des kyrgyzischen Robin Hood, Ryspek Akmatbaev, die sich im Herbst 2005 auf dem Ala-Too Platz versammelten und im März 2006 bei einem weiteren Protest Bakiev zwangen, zu ihnen hinaus auf den Platz zu kommen. Oder die ‚zweite Einnahme‘ des Weißen Hauses im Sommer 2005 durch die Gefolgsleute Urat Baryktabasovs, die ebenfalls den Einsatz der Sicherheitskräfte erforderlich machte. Fünf Mitglieder der Polizeikräfte wurden verletzt, Tote gab es hingegen auch hierbei nicht zu beklagen.

Was vor einigen Tagen hier in Bischkek geschah, lässt sich nur schwerlich in eine Linie stellen mit der langen Tradition politischer und weniger politischer Demonstrationen vor dem Weißen Haus. Hier wurde doch ständig gefochten, wurde in der Spannung zwischen Spiel und Ernst das Recht getestet, sich seinem Frust lautstark Luft zu verschaffen. Und dabei durften Strategien verfolgt, die Taktik angepasst und auch der ein oder andere Trick geübt werden. Wer erinnert sich hier nicht an die knapp 1500 Polizistinnen, die Innenminister Sutalinov im Frühjahr 2006 als Präventivmaßnahme unter die Demonstranten der Bewegung ‚Für Reformen‘ entsandte. Die Protestaktion wurde ein friedliches Happening, das alle Beobachter auf Grund seiner Friedfertigkeit für sich einnahm. Selbst die politischen Gegner zollten der Aktion damals Respekt. Irgendwie bedeutete die Tradition solcher Proteste ja auch, dass man Politik eben nicht als NullSummenSpiel begriff, sondern immerzu aufgefordert war, die Option weiterer Kompromisse miteinzukalkulieren.

Angesichts der vielen Toten regt sich bei den ersten Hinweisen auf Verhandlungen mit dem Präsidenten, um die ungeklärte Situation zu regeln, Protest. Unverständnis wird laut gegenüber der Absicht, nach dem deutlichen Bruch mit der Tradition wieder zu ihr zurück kehren zu wollen. Gleichzeitig präsentiert die Zäsur hier, in dieser Frage, auch ihr Potential für neue Kontingenzen. Denn wie es nach dem Bruch der Tradition nun weiter gehen soll, weiß niemand. Bishkek versucht zum Alltag überzugehen, aber die Trauerstätte vor dem Weißen Haus wird immer nur größer und wird auf ihre Art und Weise ein Mahnmal. ‚Business as usual‘ wollen die Geschäfte und Cafes der Hauptstadt spielen, aber geschlossen wird immer noch früher und die Bankautomaten fangen erst sehr zögerlich an, wieder Geld auszuspucken. Klar, vieles hat mit der ungeklärten Lage des Verdammten, Kurmanbek Bakiev, zu tun. Aber selbst wenn diese Frage mal eine Antwort findet, bleiben viele andere bestehen (Gerade kam die Nachricht, er habe das Land verlassen. Akipress berichtet, Edil Bajsalov habe diese Information über ‚twitter‘ in die Welt gestreut). Wie will eine neue Regierung, eine neue Exekutive, überhaupt agieren, wenn von Beginn an das Damoklesschwert des Vertrauensentzugs über ihr hängt. Ein leiser Verdacht von Günstlingswirtschaft und es fällt. Symptomatisch der hyperkritische Kommentar Ulugbek Babakulovs, der misstrauisch das Tekebaev’sche Vorhaben konstitutioneller Garantien für politische Opposition beäugt und fragt, wozu denn Opposition überhaupt notwendig sei, wenn die neuen ehrlich arbeiten würden. Babakulov macht hier bereits erste Anzeichen für mögliche Korruptionsabsichten aus, in kompletter Ausblendung der struktureller Notwendigkeiten eines politischen Systems.

Die Toten sollen gewürdigt werden, ihr Opfer, so mahnen es zur Zeit viele Transparente und Gedichte an, die an den Zaun des Weißen Hauses angebracht wurden, darf nicht umsonst gewesen sein. Geht nun die neue Macht, wie man sie nennt, an dieser öffentlichen ‚Über’Erwartung zu Grunde, bevor man ihr Gelegenheit gegeben hat, ernsthaft enttäuschen zu können? Schmeißen Tekebaev und Sariev hin, bevor sie die notwendigen Reformen des politischen Systems und des Staatsaufbaus angepackt haben? Am 8. April beispielsweise tauchte das Gerücht auf, der Bruder Tekebaevs sei im Bazar-Korgon Rajon, der Heimat des Ata-Meken Vorsitzenden, zum Akim ernannt worden. Das Gerücht konnte als solches entlarvt werden, bevor der Sturm der Entrüstung sich voll entfalten konnte. Empörung hatte sich dennoch breit gemacht. Und zwar öffentlich. Gefolgt von dem vorschnellen Urteil, man beobachte hier nur die Wiederholung der immer gleichen kyrgyzischen Tragödie.

Meine Sorge ist anlässlich dieser und ähnlicher Episoden, dass den neuen Mächtigen kaum Spielraum gegeben wird, um auch Fehler machen zu dürfen. Stattdessen wird umgehend übereifrig (ab)geurteilt. Die Chance, noch einmal nachzufragen, wird abgelehnt mit dem Hinweis, das sei den Ereignissen vom 7. April nicht angemessen. Was öffentlich gewollt ist und was die Zäsur der inzwischen 84 toten Demonstranten auferlegt, ist die Vermeidung eines jeden weiteren Fehlers. Die Antworten der Politik müssen stimmen und sollten sich nicht die Blöße geben, suchend und nicht-wissend Möglichkeiten und Unmöglichkeiten von Entscheidungsspielräumen in der Zukunft zu ertasten (Stichwort Kontingenz!). Das aber wiederum zeichnet ein modernes politisches System in seiner Funktion aus. Ich hoffe daher, dass sich der Schrecken über die Ereignisse in Kyrgyzstan vom 7. April früher oder später in rechtliche Urteile zur Abstrafung von Verantwortlichen übersetzen lässt und in eine politische Erzählung, die Grenzen markiert ohne deterministisch zu sein. Die Ereignisse von Aksy haben bereits in aller Deutlichkeit gezeigt, wie ein Drama zur Bürde der Politik wird, wenn es keinerlei Verarbeitung, weder rechtlich noch politisch, zugeführt wird. Ganz abgesehen von den betroffenen Menschen, die mit der Ungewissheit über Schuld und Verantwortung leben müssen. Und häufig daran verzweifeln.


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